FAGOTT
F-3909-4
EAN: 4260038390948

CD Samuel Scheidt: Das Orgelwerk - Complete Organ Works, Vol. 5

Diese CD ist ab sofort als MP3-Album bei iTunes, Amazon etc. erhältlich.
  • Beschreibung
  • Mehr Details ...

Die Stadt Tangermünde (Altmark), repräsentativ auf dem linken Ufer der Elbe an der Mündung des Tangers gelegen, blickt auf eine reiche Kulturgeschichte zurück. Bei der 1009 erstmals urkundlich erwähnten Burg entwickelte sich in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts die Stadt Tangermünde. An Bedeutung gewann sie im 14. Jahrhundert als Zweitresidenz von Kaiser Karl IV., welcher der zum mächtigen Städtebund der Hanse gehörenden Stadt durch die Förderung weitreichender Handelsbeziehungen zu Reichtum und Ansehen verhalf. Zeugen dieser bis ins 17. Jahrhundert reichenden Blüte sind bis heute die prächtigen Backsteinbauten wie das Rathaus und die Stadttore sowie stattliche Bürgerhäuser, umschlossen von der mittelalterlichen Stadtmauer und überragt vom Wahrzeichen der Stadt - der gotische Hallenkirche St. Stephan.
1617 vernichtete ein verheerender Brand große Teile der Stadt, dem auch die Innenausstattung der Kirche samt Orgel zum Opfer fiel.

Um 1620 entschloss man sich zu einem Orgelneubau, der 1624 durch den berühmten Hamburger Orgelbauer Hans Scherer d. J. vollendet wurde. Das neue Werk mit 32 klingenden Registern auf drei Manualen und Pedal wurde in einem mit Holzschnitzereien reich verzierten Gehäuse aufgestellt. Es war sowohl technisch als auch klanglich ein Paradebeispiel der hohen norddeutschen Orgelbaukunst des 17. Jahrhunderts. Wie viele andere Orgeln erfuhr auch dieses Werk im Verlauf der Zeit zahlreiche Reparaturen, Umbauten und Anpassungen an die jeweils vorherrschenden Klangideale.
In der Zeit von 1711 bis 1716 wurde die Orgel durch den Berliner Orgelbauer Johann Michael Röder instand gesetzt und klanglich verändert.
1856/57 führte der Wittstocker Orgelbauer Friedrich Hermann Lütkemüller umfangreiche Arbeiten durch. Er ersetzte dabei die gesamte nicht mehr als zeitgemäß geltende technische Anlage und tauschte fast die Hälfte des originalen Pfeifenbestandes von Scherer aus. Es entstand quasi eine neue dem Zeitgeist entsprechende Orgel unter Beibehaltung des alten Gehäuses und eines Teils des ursprünglichen Pfeifenmaterials. In den Jahren 1896, 1913 und 1929 erfolgten weitere Arbeiten an der Orgel, die lediglich der Erhaltung des Umbaus von Lütkemüller dienten. Von der allgemein üblichen Abgabe der Prospektpfeifen zu Kriegszwecken im Jahr 1917 blieb die Orgel verschont.
Mit der aufkommenden Orgelbewegung in den Dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts mit ihrem Ideal des norddeutschen barocken Orgeltypus rückte die Orgel in den Mittelpunkt des Interesses der Fachwelt. Aus der Tatsache heraus, dass fast alle Instrumente der Orgelbauerfamilie Scherer im Verlauf der Zeitgeschichte zerstört oder bis zur Unkenntlichkeit umgebaut wurden, in Tangermünde aber fast 50% des originalen Pfeifenbestandes einschließlich Prospektpfeifen und einige Reste der originalen technischen Anlage Scherers erhalten blieben, begann man über eine kompromisslose Rekonstruktion der Originaldisposition und die Rückführung dieses Werkes auf den Zustand von 1624 nachzudenken.
Die praktische Umsetzung dieses Vorhabens ließ jedoch auf sich warten. Erst in den 1980er Jahren konnte mit der Realisierung begonnen werden. 1983 baute die Potsdamer Orgelbaufirma Alexander Schuke die Orgel ab. In einer über zehn Jahre andauernden akribischen Arbeit wurde die Rekonstruktion dieses Werkes vollendet. 1994 fand die Wiedereinweihung dieses bedeutenden Instruments statt.

* * *

The town of Tangermünde (Altmark), beautifully situated on the left bank of the Elbe where the River Tanger flows into it, can look back on a rich cultural history. The town developed in the first half of the 13th century close to the castle, first documented in 1009. It grew in importance in the 14th century as the second residence of Kaiser Karl IV, who helped the town, which belonged to the powerful Hanseatic League, gain wealth and prestige through far-reaching trade relations. This blossoming, which lasted into the 17th century, is witnessed to this day in the magnificent brick buildings such as the Town Hall and the Town Gates, as well as imposing town houses, encircled by the mediaeval town wall and overshadowed by the emblem of the town – the hall church of St Stephan.
In 1617 large parts of the town, including the interior furnishings of the church along with the organ, were destroyed by a devastating fire.

About 1620 the decision was taken to build a new organ, which was completed in 1624 by the famous Hamburg organ-builder, Hans Scherer Jnr. The new organ with 32 sounding stops over 3 manuals and pedals was housed in a case richly decorated with wood carvings. Technically and tonally it was a prime example of North German organ building in the 17th century. Over the years, as with many other organs, this one was the object of numerous repairs, alterations and adaptations to the prevailing tonal ideals.
Between 1711 and 1716 the organ was brought into good repair and tonally altered by the Berlin organ-builder Johann Michael Röder.
Friedrich Hermann Lütkemüller, the organ-builder from Wittstock, carried out extensive works in 1856 and 1857. He replaced all of the mechanism which was no longer regarded as in keeping with the times and replaced nearly half of Scherer’s original pipes. Thus came about more or less a new organ, appropriate to the new spirit of the age, whilst keeping the old case and some of the original pipework. Further work was carried out on the organ in 1896, 1913 and 1929, which merely served to maintain Lütkemüller’s alterations. The organ was spared the need to surrender the front pipes for the war effort in 1917, which was the norm. With the emerging organ movement of the 1930’s, with its ideal of the North German baroque organ, this organ became the centre of interest for organ experts. Given that almost all organs built by the Scherer family had been destroyed or altered beyond recognition over the years, but given that in Tangermünde almost 50% of the original number of pipes including the front pipes and a few parts of Scherer’s original mechanism remained intact, people started to think about an uncompromising reconstruction of the original disposition and returning this organ to its 1624 state.
This plan of action was not implemented immediately. It was not possible to start turning this into reality until the 1980’s. In 1983 the Potsdam firm of Alexander Schuke dismantled the organ. The reconstruction was completed in over ten years of precision work. This important organ was rededicated in 1994.

Hans Scherer Organ (1624)

Christoph Lehmann

  • Aufnahme: 2011
  • DDD, Stereo
  • Gesamtzeit: 76:04
  • Heft: 24 Seiten (Deutsch, English, Disposition, Bilder, Registrierungen)

Instrument:

  • Hans-Scherer-Orgel (1624) in St. Stephan, Tangermünde

PDF-Infoblatt (Deutsch & English)

 

Programm:

  • Lobt Gott ihr Christen all zugleich / à 4 voc. (SSWV 450, Das Görlitzer Tabulaturbuch)
  • Vom Himmel hoch / à 4 voc. (SSWV 443a/b, Das Görlitzer Tabulaturbuch)
  • MAGNIFICAT II. Toni (SSWV 141, Tabulatura nova, Teil 3)
  • Puer natus / in Bethlehem / à 4 voc. (SSWV 447, Das Görlitzer Tabulaturbuch)
  • Gelobet seist du / Jesu Christ / à 4 voc. (SSWV 442a/b, Das Görlitzer Tabulaturbuch)
  • MAGNIFICAT VIII. Toni (SSWV 147, Tabulatura nova, Teil 3)
  • Nun komm der Heyden Heyland / à 4 voc. (SSWV 441a/b, Das Görlitzer Tabulaturbuch)
  • Hymnus. De Adventu Domini Veni Redemptor gentium (SSWV 149, Tabulatura nova, Teil 3)
  • Christum wir sollen loben schon / à 4 voc. (SSWV 444, Das Görlitzer Tabulaturbuch)
  • Hymnus. De Nativitate Christi A Solis ortus cardine (SSWV 150, Tabulatura nova, Teil 3)
  • KYRIE Dominicale IV. Toni (SSWV 139, Tabulatura nova, Teil 3) - KYRIE Dominicale IV. Toni
  • In dulci jubilo / à 4 voc. (SSWV 446, Das Görlitzer Tabulaturbuch)
  • O Jesulein süß / à 4 voc. (SSWV 445a/b, Das Görlitzer Tabulaturbuch)
  • Credo in unum Deum. à 4 Voc. (SSWV 155, Tabulatura nova, Teil 3)
  • Ein Kindelein so löbelich / à 4 voc. (SSWV 448, Das Görlitzer Tabulaturbuch)
  • Helfft mir Gotts Güte preisen / à 4 voc. (SSWV 449, Das Görlitzer Tabulaturbuch)
  • Modus pleno Organo pedaliter. Benedicamus à 6. Voc. (SSWV 158, Tabulatura nova, Teil 3).